
Der fünfte Berliner Preis der Nationalgalerie für junge Kunst geht an den in Jerusalem geborenen und in Berlin lebenden Medienkünstler Omer Fast. Er erhielt die mit 50 000 Euro dotierte Trophäe: ein von Joseph Beuys 1968 signiertes Holzkistchen.

Der fünfte Berliner Preis der Nationalgalerie für junge Kunst geht an den in Jerusalem geborenen und in Berlin lebenden Medienkünstler Omer Fast. Er erhielt die mit 50 000 Euro dotierte Trophäe: ein von Joseph Beuys 1968 signiertes Holzkistchen.
Arbeiten von mehr als 80 Künstlern werden auf der Medienkunst-Messe «contemporary art ruhr 2009» in Essen gezeigt. In der ehemaligen Mischanlage der Kokerei Zollverein präsentieren sich bis zum 7. Juni Künstler aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz mit Videokunst, Installationen, multimedialen oder dreidimensionalen Projekten sowie Lichtkunst und Performances.
Die Messe «contemporary art ruhr» findet seit 2006 in Kooperation mit der Stiftung Zollverein zweimal jährlich statt – im Sommer als Medienkunst-Messe und im Herbst als Messe für zeitgenössische Kunst auf dem Gelände des Welterbes Zollverein.

emaf2009
Das European Media Art Festival (EMAF) beschäftigt sich vom 22. bis 26. April mit dem Bereich der Langzeitarchivierung und den öffentlichen Nutzungsmöglichkeiten von medialer Kunst. Die Ausstellung mit dem Titel Bilderschlachten verweist mit aktueller Medienkunst und historischen Exponaten auf den Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und der Veränderung des Bildes vom Krieg.
Auf dem Festival wird der „EMAF-Award“ für eine richtungsweisende Arbeit in der Medienkunst und der „Dialogpreis“ des Auswärtigen Amtes zur Förderung des interkulturellen Austausches von einer internationalen Jury vergeben. Zudem verleiht die Jury des Bundesverbandes der Filmjournalisten den Preis für den besten deutschen Experimentalfilm des Jahres.
weitere Infos: http://www.emaf.de/
Das Bundesamt für Kultur BAK hat die Förderbeiträge für „Sitemapping 2009″ ausgeschrieben. Bwerben können sich Schweizer Kunstschaffende und Künstlergruppen aus allen Sparten, deren Arbeit sich durch einen künstlerischen Umgang mit den Neuen Medien auszeichnet. Inter- und transdisziplinäre Projekte sind willkommen. Eingabeschluss für die Bewerbungen ist der kommende 14. April.
Das Festival „Rencontres Internationales“ präsentiert ein internationales Programm – das sich dem Jungen Film, Video und Multimedia widmet. Zur Teilnahme kann man sich in folgenden Kategorien bewerben: FILM, VIDEO UND MULTIMEDIA, ohne Einschränkungen in Hinblick auf Genre oder Dauer. Die Bewerbung ist kostenlos und es gibt keine Beschränkungen hinsichtlich der geografischen Herkunft.
SPARTE FILM UND VIDEO – Alle Film- und Videoformate
* Video / experimentelles Video / Videokunst
* Fiktion / Filme jeder Länge
* Dokumentarfilm / experimenteller Dokumentarfilm
* Experimentalfilm
* Animation
SPARTE MULTIMEDIA
* Installationen * Net Art * Performances, Konzerte
Ausgewählte Film- und Videobeiträge werden ab November dieses Jahres u. a. im Centre Pompidou und im Nationalmuseum Jeu de Paume in Paris gezeigt. Danach werden die Filme im April 2009 in Madrid und im Juni im Haus der Kulturen in Berlin präsentiert.
Einsendeschluss: 25. August 2008
Formular zur Anmeldung:
www.art-action.org/de_info_appel.htm
Seit November zeigt das Museum „Sammlung Goetz“ Einzelarbeiten und Werkserien von Matthew Barney. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die zu einer Raum- Klang-Skulptur zusammengefassten fünf Teile des Cremaster -Zyklus. Auf Flachbildschirmen, die an der Decke angebracht sind, werden alle Filme gleichzeitig abgespielt. Darunter sind die entsprechenden Vitrinen platziert. Barneys neueste Filmarbeit Drawing Restraint 9 (2006) wird in einer kinoähnlichen Situation gezeigt.
Ausstellungsdauer: 5. November 2007 – 29. März 2008
Besuch innerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Anmeldung:
Montag – Freitag 14–18 Uhr, Samstag 11–16 Uhr
T 089/95 93 96 90
S A M M L U N G G O E T Z, Oberföhringer Straße 103, D-81925 München
http://www.sammlung-goetz.de

Cui Xiuwen | Angel No. 3 | 2006 | C-Print | 80 x 170 cm
Keine traditionelle, durch folkloristische oder sozialistische Motive geprägte Kunst, sondern zeitgenössische Medienkunst ist in diesen Wochen in Wien zu sehen. Obwohl ganz unterschiedliche Perspektiven gezeigt werden sollen (weshalb man für die Ausstellung wohl auch den Titel „Prisma“ gewählt hat), eint doch fast alle gezeigten Arbeiten die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tabus, Moralvorstellungen und Fragen zur eigenen Identität. Die Schau verdeutlicht, dass in China Spiel- und Freiräume für eine dynamische und provokative Kunst entstanden sind.
„PRISMA Aspekte zeitgenössischer chinesischer Medienkunst“ 28. 11.–14. 12. 2007, werktags 10 bis 16 Uhr im Kunstraum Palais Porcia, Herrengasse 23, 1014 Wien mit Werken von Shen Fan, Qiu Anxiong, Yu Ji, Xiang Liqing, Jiang Jian, Chen Quilin, Zhang Jiaping, Zhanh Minjie, Cui Xiuwen Kuratorinnen: Xu Hong, Nationales Kunstmuseum der Volksrepublik China (NAMOC), Peking; Manuela Pfaffenberger, Ars Electronica Center, Linz
Ira Schneider ist ein Urgestein der Videokunst und doch immer noch ein Geheimtipp. Daran hat auch der Hannah-Höch-Preis, der ihm letztes Jahr für sein Lebenswerk verliehen wurde, wenig geändert. Ira Schneider ist als Künstler ein Autodidakt. Er hat nie Kunst studiert, war aber einer ersten, der mit einer Videokamera experimentelle Filme produzierte und neben Nam June Paik erstmals in Ausstellungen mediale Installationen aufbaute. Als Mitbegründer der Zeitschrift „Radical Software“ und langjähriger Präsident der massen- medienkritischen „Raindance Foundation“ hat er sich seit den 70er Jahren für die Videocommunity engagiert. Seit 1993 lebt Ira Schneider, der 1939 in New York geboren wurde, in Berlin und arbeitet an seinem umfangreichen Oeuvre, zu dem auch viele Dokumentarfilme gehören. In Texten von Künstlerfreunden, Ausstellungsmachern und Kunstkritikern sowie einer ausführlichen Biographie und rund 300, oft bislang noch nicht abgebildeten Fotos wird sein Lebenswerk beim ZKM dokumentiert.
Es beginnt ganz harmlos. Wer im internet auf die Arbeit „memory“ des Konzeptkünstlers Frank Richter stösst, wird zu einem Spiel eingeladen, das man noch aus der Kinderzeit kennt. Von 16 verdeckten Spielkarten sind per Mouse-click jeweils zwei Karten aufzudecken. Ist auf beiden das gleiche Bild zu sehen, gibt es einen Punkt und die Suche geht weiter. Das Spiel ist mehr oder weniger erfolgreich beendet, wenn dank der eigenen Gedächtnisleistung innerhalb kürzester Zeit alle Bildpaare gefunden wurden.
Dies fällt aber bei der Arbeit von Frank Richter nicht allzu leicht, da man bei den aufgedeckten Karten bald ins Grübeln kommt. Offenbaren sie doch Ansichten von menschlichen Körperpartien, die schreckliches ahnen lassen. Denn nach und nach wird hier ein Fotodokument des Holocaust freigelegt, das fast verhungerte Kinder in einem Konzentrationslager zeigt. Da die Arbeit den Betrachter lange Zeit im Unklaren lässt, stellt sich allmählich eine unmittelbare Nähe zu den Opfern des Holocaust her, wie sie wohl selten zu erreichen ist.
Es ist wichtig, dass es neben Gedenkstätten und Mahnmalen auch immer wieder Formen des Gedenkens gibt, die Menschen auf eine unvorbereitete Weise ansprechen und versuchen Seh- und Verarbeitungsgewohnheiten zu durchbrechen. Nur dadurch ist es möglich, die Erinnerung wach zu halten und so etwas wie Authentizität im Betrachter herzustellen. Auch wenn kaum nachvollziehen ist, was die Opfer in den Vernichtungslagern
tatsächlich erlitten haben.