Arbeiten von mehr als 80 Künstlern werden auf der Medienkunst-Messe «contemporary art ruhr 2009» in Essen gezeigt. In der ehemaligen Mischanlage der Kokerei Zollverein präsentieren sich bis zum 7. Juni Künstler aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz mit Videokunst, Installationen, multimedialen oder dreidimensionalen Projekten sowie Lichtkunst und Performances.
Die Messe «contemporary art ruhr» findet seit 2006 in Kooperation mit der Stiftung Zollverein zweimal jährlich statt – im Sommer als Medienkunst-Messe und im Herbst als Messe für zeitgenössische Kunst auf dem Gelände des Welterbes Zollverein.
contemporary art ruhr 2009
Juni 12, 2009Matthew Barney in München
Dezember 27, 2007Seit November zeigt das Museum „Sammlung Goetz“ Einzelarbeiten und Werkserien von Matthew Barney. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die zu einer Raum- Klang-Skulptur zusammengefassten fünf Teile des Cremaster -Zyklus. Auf Flachbildschirmen, die an der Decke angebracht sind, werden alle Filme gleichzeitig abgespielt. Darunter sind die entsprechenden Vitrinen platziert. Barneys neueste Filmarbeit Drawing Restraint 9 (2006) wird in einer kinoähnlichen Situation gezeigt.
Ausstellungsdauer: 5. November 2007 – 29. März 2008
Besuch innerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Anmeldung:
Montag – Freitag 14–18 Uhr, Samstag 11–16 Uhr
T 089/95 93 96 90
S A M M L U N G G O E T Z, Oberföhringer Straße 103, D-81925 München
http://www.sammlung-goetz.de
Memory !
November 5, 2007Es beginnt ganz harmlos. Wer im internet auf die Arbeit „memory“ des Konzeptkünstlers Frank Richter stösst, wird zu einem Spiel eingeladen, das man noch aus der Kinderzeit kennt. Von 16 verdeckten Spielkarten sind per Mouse-click jeweils zwei Karten aufzudecken. Ist auf beiden das gleiche Bild zu sehen, gibt es einen Punkt und die Suche geht weiter. Das Spiel ist mehr oder weniger erfolgreich beendet, wenn dank der eigenen Gedächtnisleistung innerhalb kürzester Zeit alle Bildpaare gefunden wurden.
Dies fällt aber bei der Arbeit von Frank Richter nicht allzu leicht, da man bei den aufgedeckten Karten bald ins Grübeln kommt. Offenbaren sie doch Ansichten von menschlichen Körperpartien, die schreckliches ahnen lassen. Denn nach und nach wird hier ein Fotodokument des Holocaust freigelegt, das fast verhungerte Kinder in einem Konzentrationslager zeigt. Da die Arbeit den Betrachter lange Zeit im Unklaren lässt, stellt sich allmählich eine unmittelbare Nähe zu den Opfern des Holocaust her, wie sie wohl selten zu erreichen ist.
Es ist wichtig, dass es neben Gedenkstätten und Mahnmalen auch immer wieder Formen des Gedenkens gibt, die Menschen auf eine unvorbereitete Weise ansprechen und versuchen Seh- und Verarbeitungsgewohnheiten zu durchbrechen. Nur dadurch ist es möglich, die Erinnerung wach zu halten und so etwas wie Authentizität im Betrachter herzustellen. Auch wenn kaum nachvollziehen ist, was die Opfer in den Vernichtungslagern
tatsächlich erlitten haben.
Verfasst von medienkunst
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